{"id":751,"date":"2011-02-11T12:09:37","date_gmt":"2011-02-11T11:09:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ggs-brueggen.de\/?page_id=751"},"modified":"2018-06-18T16:42:06","modified_gmt":"2018-06-18T15:42:06","slug":"gewaltfrei-lernen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ggs-brueggen.de\/?page_id=751","title":{"rendered":"Gewaltfrei Lernen"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Gewaltpr\u00e4vention f\u00fchren wir seit November 2015 in allen Klassen das Projekt \u201cGewaltfrei Lernen\u201d durch. Jede Klasse trainierte in drei Doppelstunden unter Expertenleitung (<a href=\"http:\/\/www.gewaltfreilernen.de\/\">www.gewaltfreilernen.de<\/a>). Die gesamte Konfliktschulung wurde bewegungsreich gestaltet.\u00a0 Ziel ist es, langfristig die Lernatmosph\u00e4re in der gesamten Schule, sowohl im Vormittags- als auch im Nachmittagsbereich, zu verbessern und somit die Konflikt- und Kommunikationsf\u00e4higkeit zu f\u00f6rdern. Um die trainierten Regeln und Verhaltensweisen langfristig im Schulalltag umsetzen zu k\u00f6nnen, begleiteten die Klassenlehrer\/innen die Trainingsstunden aktiv. Auch eine Erzieherin der OGS war mit dabei.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Realisierung des Projektes ist nur aufgrund gro\u00dfz\u00fcgiger Spenden der Unfallkasse NRW und des Rotary-Clubs K\u00f6ln-Ville (hier drei Herren des Vorstandes) m\u00f6glich. Die Herren waren von der Projektidee und der Motivation der Kinder sehr angetan.<\/p>\n<p align=\"justify\">F\u00fcr die gemeinsame Pr\u00e4ventionsarbeit hat unsere Schule eine Urkunde erhalten.<\/p>\n<p>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px;\" title=\"K800_IMG_4890\" src=\"http:\/\/www.ggs-brueggen.de\/wp-content\/uploads\/GewaltfreiLernen_AAFC\/K800_IMG_4890.jpg\" alt=\"K800_IMG_4890\" width=\"370\" height=\"533\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><b>Zeitungsartikel K\u00f6lner Stadtanzeiger <\/b><b>vom 22.2.2011<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Lernen, ohne Gewalt zu leben<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><i>PROJEKT Wege der Konfliktbew\u00e4ltigung in der Br\u00fcggener <\/i><\/b><b><i>Grundschule<\/i><\/b><\/p>\n<p><b>VON RALPH JANSEN<\/b><\/p>\n<p align=\"justify\"><b>Kerpen-Br\u00fcggen. <\/b>&#8222;He, Du Ausl\u00e4nder, Du Mischling, Du Bastard!&#8220; Der kleine Junge, dem diese Tirade gilt, zuckt ein ganz klein wenig mit den Achseln, als w\u00fcrde ihn das alles nichts angehen. Dann dreht er schlagartig den Kopf weg und geht mit festem Schritt in die Richtung weg, in die er blickt. Sibylle Wanders ist begeistert: &#8222;Sehr gut gemacht, sehr gut.&#8220; Damit meint sie nicht die Beleidigungen, die das Kind gerade ertragen musste, sondern die Art, wie es darauf reagiert hat: &#8222;Richtig so, lasst es euch nicht anmerken, wenn einer euch wehtuen will. Wer widerliche W\u00f6rter sagt, der beleidigt seine Mama und seinen Papa, weil alle dann denken, bei denen zu Hause w\u00fcrde so geredet.&#8220;<\/p>\n<p align=\"justify\">Sibylle Wanders stellt sich den Kindern aus der Br\u00fcggener Albert-Schweitzer-Grundschule so vor: &#8222;Ich bin eure Lehrerin f\u00fcr Freundschaft.&#8220; Und wie man Freundschaft schafft, wie man Konflikte vermeidet und trotzdem mutig ist, das lernen von ihr in diesen Tagen nicht nur alle 190 Grundschulkinder, sondern auch ihre Eltern, die Lehrer und auch die ganze Belegschaft der Offenen Ganztagsschule. &#8222;Wir stellen neue Regeln f\u00fcr die ganze Schule auf&#8220;, sagt Rektor Albert Fr\u00f6hlich: &#8222;Und wir werden noch st\u00e4rker darauf achten als bisher, dass sie auch eingehalten werden.&#8220;<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Gymnastikraum streckt ein M\u00e4dchen ganz energisch die gespreizte Hand aus. &#8222;Fass mich nicht an!&#8220;, sagt sie zaghaft. Die Lehrerin f\u00fcr Freundschaft unterbricht: &#8222;Du musst in seine Augen sprechen, stark sprechen, dich wehren, aber nicht schlagen.&#8220; Derart best\u00e4rkt versucht es das M\u00e4dchen noch einmal. Jetzt br\u00fcllt es fast: &#8222;H\u00f6r auf! Das machst Du mit mir nicht!&#8220; Dann dreht sie sich weg und l\u00e4sst den Partner stehen. &#8222;Ja, genau, so ist es richtig&#8220;, kommt die Best\u00e4rkung von Wanders, die einmal deutsche Meisterin im Judo war.<\/p>\n<p align=\"justify\">Jetzt wird es gef\u00e4hrlich im Gymnastikraum &#8211; jedenfalls scheint es so. Einer greift an und h\u00e4lt den Arm fest. Es scheint, als ob eine Pr\u00fcgelei kaum noch zu verhindern ist. Doch da kennt die Judoka einen Trick: &#8222;Lass los, ich will das nicht&#8220;, sagt sie bestimmt. Mit einem geschickten Griff entwindet sie den Arm aus der Umklammerung, dreht den Kopf und geht. Die Kinder \u00fcben das. Fasziniert stellen auch die Kleineren fest, dass sie sich so aus der Gewalt kr\u00e4ftigerer Kinder entwinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Doch so weit soll es an der Albert-Schweitzer-Grundschule erst gar nicht mehr kommen. Dass auch in ihrem Leben Gewalt zum Alltag geh\u00f6rt, das geben die Sch\u00fcler offen zu. &#8222;Wer von Euch hat schon so viele Schl\u00e4ge bekommen, dass es wehtut?&#8220; &#8211; die meisten Finger gehen hoch. &#8222;Wer hat denn schon einmal selbst zugeschlagen?&#8220; &#8211; die Ehrlichen, die antworten, bilden schon die Mehrheit. F\u00fcr Sibylle Wanders ist das nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches: &#8222;Das Klima hier an der Schule in Br\u00fcggen ist keineswegs gewaltt\u00e4tig. Gewalt unter Kindern, das kommt in der Gro\u00dfstadt, aber auch hier im l\u00e4ndlichen Br\u00fcggen vor.&#8220; Doch nun nicht mehr.<\/p>\n<p align=\"justify\">&#8222;Diese Schule ist eine Insel. Von 8 bis 16 Uhr wird hier nicht geschlagen, darauf k\u00f6nnt ihr euch verlassen&#8220; &#8211; das haben die Kinder, Eltern, Lehrer und Betreuungskr\u00e4fte sich gegenseitig versprochen. Und wenn es doch mal nicht klappt, laufen die Kinder schnell zu einem Lehrer und holen Hilfe. Wenn die Gefahr nicht so gro\u00df ist, dann bilden sie die &#8222;liebe Mauer&#8220; &#8211; zwei oder drei springen dem Angegriffenen zur Seite und stellen sich zwischen ihn und seinen Gegner, bis sie die Situation beruhigt haben. Bei ganz kleiner Gefahr k\u00f6nnen sich die Kinder nun alleine helfen. M\u00f6glich gemacht haben die Aktion &#8222;Gewaltfrei lernen&#8220; der Rotary Club K\u00f6ln-Ville und die Unfallkasse NRW mit jeweils 2000 Euro. Der F\u00f6rderverein der Schule steuerte weitere 330 Euro bei und den Rest der Kosten von zwei Euro pro Kind trugen die Eltern. Rotarier Hanns Heinrich Kiefer setzt auch weiterhin auf Aktionen gegen Gewalt an Schulen: &#8222;Demn\u00e4chst werden wir eine Fortbildung in Sindorf unterst\u00fctzen.&#8220;<\/p>\n<p align=\"justify\"><b>www.gewaltfreilernen.de<\/b><\/p>\n<p align=\"justify\"><i>Sibylle Wanders zeigt den Kindern spielerisch, wie sie sich in Konfliktsituationen verhalten m\u00fcssen &#8211; eine klare <\/i><i>K\u00f6rpersprache ist dann ganz wichtig, wenn man Angreifer abwehren will. <\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;\" title=\"image\" src=\"http:\/\/www.ggs-brueggen.de\/wp-content\/uploads\/GewaltfreiLernen_AAFC\/image_thumb.png\" alt=\"image\" width=\"93\" height=\"93\" border=\"0\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Gewaltpr\u00e4vention f\u00fchren wir seit November 2015 in allen Klassen das Projekt \u201cGewaltfrei Lernen\u201d durch. 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